Der PROTECT Ansatz: Systemisch schützen, Menschenhandel bekämpfen
Der Ansatz adressiert Schutzlücken bei Menschenhandel und Ausbeutung in der Prostitution mit einer umfassenden, realitätsnahen und strukturbasierten Herangehensweise.
Tatiana aus Guatemala setzt heute alles daran, damit ihre Tochter Mía in einer Welt ohne Gewalt gegen Frauen aufwachsen kann. Denn Tatiana erlebte jahrelang selbst Misshandlungen durch ihren eigenen Partner. Als sie die Übergriffe bei der Polizei meldete, wurde sie abgewiesen. Doch Tatiana gab nicht auf. Gemeinsam mit IJM kämpfte sie für Gerechtigkeit, um den Kreislauf der Gewalt zu beenden – für eine Welt, in der Frauen und Kinder in Sicherheit leben können.
Monatelang wurde Sarah aus Uganda von ihrem gewalttätigen Partner schwer misshandelt. Als sie ihn bei der Polizei melden wollte, sagten ihr Freunde und Verwandte, dass es sich nicht gehöre, ihren Mann anzuzeigen. Doch Sarah kämpfte gegen alle Widerstände für ihr Recht, in Sicherheit und Würde zu leben.
Chandramma und ihr vierjähriger Sohn wurden in einer Seidenfabrik gefangen gehalten und zur Arbeit gezwungen. Was als Hoffnung auf einen gesicherten Lebensunterhalt begann, wurde zu einem Alptraum. Eingesperrt und ausgebeutet war Chandramma der Verzweiflung nahe. Bis ihr Schicksal eine unerwartete Wendung nimmt.
Ein Schicksalsschlag stürzte Suriyas Familie in existenzbedrohende Schulden. Um seine Mutter und Geschwister unterstützen zu können, sollte der 10-Jährige als Ziegenhirte arbeiten. Doch er wurde gefangen gehalten und rücksichtslos ausgebeutet. Suriya war allein und sah keinen Ausweg mehr. Doch dann kam es zu einer entscheidenden Begegnung.
Marielos* aus Guatemala war 16 Jahre alt als sie in ihrer Nachbarschaft sexuell missbraucht wurde. Die Täter wussten, dass das Mädchen gehörlos war und nicht sprechen konnte. Sie waren sich sicher, dass Marielos sie nicht verraten könnte. Doch sie wehrt sich auch ohne Worte. Nicht nur für Gerechtigkeit, sondern auch, um ihren Sohn zu beschützen.
Bhavanis größter Wunsch ist es, ihren Kindern eine bessere Zukunft zu bieten. Sie selbst musste erleben, was es bedeutet, ohne Chance auf Freiheit täglich ausgebeutet zu werden und dabei zusehen zu müssen, wie ihre Kinder leiden. Nach einer mutigen Flucht kann die junge Frau langsam beginnen, wieder Hoffnung für ihre Familie zu schöpfen. Ihr Weg in ein selbstbestimmtes Leben beginnt.
Kashi war erst fünf Jahre alt, als sie von ihrer Familie geraubt wurde. Zehn Jahre lang wurde sie als Haussklavin von einer Familie ausgebeutet. Doch sie wurde befreit. Heute erzählt sie ihre Geschichte, um andere Kinder vor Sklaverei zu schützen.
Ron tat alles, was in seiner Kraft stand, um seine Familie zu versorgen. Doch er wurde betrogen und auf hoher See versklavt.
Abha* war 13 Jahre alt und suchte nach einem Weg, um ihrer Familie aus der Armut zu helfen. Sie vertraute sich älteren Freundinnen an, doch ihr Vertrauen wurde missbraucht: Abha geriet durch sie in sexuelle Ausbeutung und erlebt jahrelang einen Albtraum. Doch das Erlebte macht sie nicht sprachlos - im Gegenteil wird Abha zur mutigen Zeugin vor Gericht.
Esther* wuchs im ländlichen Ghana auf, weit entfernt vom Volta-Stausee. Eines Tages erzählte eine Frau Esthers Eltern, es gäbe eine Familie am See, die ihre Tochter zur Schule schicken würde. Sie erlaubten der Frau, Esther mitzunehmen.
Muthu, Sundaram und ihre drei Kinder werden fast drei Jahre in einem Holzbetrieb in Südindien festgehalten. Neben der schweren Arbeit sind sie täglich der brutalen Gewalt und Demütigung des Besitzers ausgeliefert. Einen Ausweg sehen sie nicht. Bis plötzlich Menschen in Anzügen auf das Fabrikgelände kommen.
Liana wächst bei ihren Großeltern auf. In den Sommerferien besucht sie ihre Mutter. Völlig unerwartet überschlagen sich die Ereignisse: Lianas Mutter hält sie als Sklavin fest und bietet sie Freunden und Nachbarn für Sex an.
Der Ansatz adressiert Schutzlücken bei Menschenhandel und Ausbeutung in der Prostitution mit einer umfassenden, realitätsnahen und strukturbasierten Herangehensweise.
Die UN-Sonderberichterstatterin stellt ihren Bericht zu Deutschland vor. Deutschland erhält Anerkennung, aber auch einen klaren Reformauftrag durch die Vereinten Nationen – es braucht mehr! Mehr Schutz vor sexueller Ausbeutung und konsequentes Vorgehen gegen Menschenhandel. Mehr Verbindlichkeit, mehr Koordination und einen flächendeckenden Schutz.
Im April 2026 reiste eine Gruppe unserer Unterstützenden auf die Philippinen, um vor Ort konkret die Arbeit von IJM im Kampf gegen sexuelle Online-Ausbeutung von Kindern kennenzulernen: in Schutzräumen, bei Ermittlungsbehörden, in Trainings für Strafverfolgung und im Gespräch mit Betroffenen, die sich heute selbst für den Schutz von anderen einsetzen. In ihrem Reisebericht schildert Lena Exner, Fachreferentin für Philanthropie und Partnerschaften, ihre bewegenden Eindrücke von entschlossener Zusammenarbeit und der wachsenden Hoffnung, dass globale Verbrechen durch globale Verantwortung und Zusammenarbeit wirksam bekämpft werden können.