Der PROTECT Ansatz: Systemisch schützen, Menschenhandel bekämpfen
Der Ansatz adressiert Schutzlücken bei Menschenhandel und Ausbeutung in der Prostitution mit einer umfassenden, realitätsnahen und strukturbasierten Herangehensweise.
Sie kannte keine Angst. Weit und breit galt Sadhna als mutigstes Mädchen. Dann wachte sie eiskalt inmitten der Realität von Zwangsprostitution auf: Eingesperrt in einem Bordell in Kalkutta.
Rosie aus den Philippinen war 10 Jahre alt, als ihr Zuhause für sie plötzlich nicht mehr sicher war. Von der eigenen Mutter über das Internet verkauft, musste sie traumatischen sexuellen Missbrauch erdulden. IJM setzte gemeinsam mit weltweit vernetzten Ermittlungsteams alles daran, Rosie zu finden – mit Erfolg!
Aaron* war erst zwei Jahre alt, als er aus einem unvorstellbaren Unrecht befreit wurde, das kein Kind jemals erleben sollte. Sein Vater, ein auf den Philippinen lebender Deutscher, hatte ihn und andere Kinder über Jahre sexuell missbraucht. Bilder und Videos davon verkaufte er über das Internet in alle Welt. Aaron konnte nicht um Hilfe rufen, aber die Suche nach ihm hatte schon begonnen.
Als junger Mann wurde David Makara von Polizeibeamten schwer verletzt und für ein Verbrechen ins Gefängnis geworfen, das er nicht begangen hatte. Wie viele andere Menschen in Kenia wurde er Opfer von rechtswidriger Polizeigewalt. IJM verteidigte ihn vor Gericht gegen falsche Vorwürfe und er wurde freigesprochen. Heute kämpft er selbst als Anwalt am Obersten Gerichtshof von Kenia für Gerechtigkeit. Hier erzählt er seine Geschichte.
Anna* glaubt an die große Liebe, als sie Cosmin kennenlernt. Doch dann beutet er sie als Zwangsprostituierte in ganz Europa aus.
Cassie war 12 Jahre alt, als sie zum ersten Mal verkauft wurde. Es folgten Jahre der Gewalt, Angst und Scham. „Am liebsten wäre ich tot umgefallen, so schrecklich war jeder Tag“, sagt Cassie. Heute lebt sie in einer sicheren Nachsorgeeinrichtung, in der sie von IJM begleitet wird, das Erlebte zu verarbeiten. Was sie dort gelernt hat? „Kinder haben Rechte. Ich möchte, dass jedes betroffene Kind das weiß.“
Godson aus Ghana wurde mit sieben Jahren versklavt. Von früh bis spät wurde er mit Gewalt zum Fischen gezwungen. Sein bester Freund ertrank vor seinen Augen. Zehn Jahre hoffte er darauf, dass ihm irgendjemand hilft. Eines Tages passierte das Wunder. Heute geht der Teenager mit großer Freude zum ersten Mal zur Schule.
Jun Hao* aus Thailand wurde von Menschenhändlern betrogen und zum Online-Scamming gezwungen – zum Zwangsbetrug über das Internet. Deshalb weiß er, warum dieses Verbrechen schnellstens aufgehalten werden muss. Als er sein Zuhause verließ, um eine vielversprechende Stelle in Kambodscha anzutreten, ahnte er nicht, dass er bald um sein Leben fürchten würde.
Alice aus Uganda hat jahrelang in ihrer Ehe Gewalt erfahren. Doch IJM konnte ihr helfen, ihr Recht durchzusetzen und Gerechtigkeit zu finden. Heute teilt sie ihre Geschichte mit anderen betroffenen Frauen. Denn wie Alice haben auch sie das Recht auf ein Leben frei von Gewalt. Alice will ihnen Mut machen, sich zu befreien und trotz aller Herausforderungen, ihr Leben selbst in die Hand zu nehmen.
Als wir Lily aus Ghana aus der Sklaverei am Volta-Stausee befreien wollten, schien es, als kämen wir zu spät. Unser lokales Ermittlungsteam und die Polizei erreichten den Einsatzort – doch Lily war nicht mehr dort. Was war passiert? War sie in Sicherheit? Entschlossen, Antworten zu finden, verfolgte unser Team jede Spur. Als sie das Mädchen endlich fanden, erlebten sie eine unerwartete Überraschung: Lily war bereits in Freiheit!
Ein Jobangebot über eine Social-Media-Nachricht schien der Ausweg für Ruby* aus den Philippinen, um unabhängig für sich sorgen zu können. Denn nach dem Tod ihrer Eltern war die 15-Jährige in Trauer und auf sich allein gestellt. Doch statt wie versprochen Geld verdienen und zur Schule gehen zu können, wurde Ruby vor einer Webcam sexuell missbraucht – bis ihre Geschichte eine entscheidende Wendung nahm.
Miracle* aus Indonesien wurde gezwungen, Menschen aus anderen Ländern über das Internet zu betrügen. Der versprochene Traumjob, dem sie hoffnungsvoll ins Ausland gefolgt war, führte sie in die brutale Ausbeutungsindustrie des Online-Scammings. Gefangen hinter Stacheldraht zwang sie die Angst vor Bestrafung, jeden Tag ein Verbrechen zu begehen. Erst ein heimlicher Telefonanruf brachte eine entscheidende Wendung.
Der Ansatz adressiert Schutzlücken bei Menschenhandel und Ausbeutung in der Prostitution mit einer umfassenden, realitätsnahen und strukturbasierten Herangehensweise.
Die UN-Sonderberichterstatterin stellt ihren Bericht zu Deutschland vor. Deutschland erhält Anerkennung, aber auch einen klaren Reformauftrag durch die Vereinten Nationen – es braucht mehr! Mehr Schutz vor sexueller Ausbeutung und konsequentes Vorgehen gegen Menschenhandel. Mehr Verbindlichkeit, mehr Koordination und einen flächendeckenden Schutz.
Im April 2026 reiste eine Gruppe unserer Unterstützenden auf die Philippinen, um vor Ort konkret die Arbeit von IJM im Kampf gegen sexuelle Online-Ausbeutung von Kindern kennenzulernen: in Schutzräumen, bei Ermittlungsbehörden, in Trainings für Strafverfolgung und im Gespräch mit Betroffenen, die sich heute selbst für den Schutz von anderen einsetzen. In ihrem Reisebericht schildert Lena Exner, Fachreferentin für Philanthropie und Partnerschaften, ihre bewegenden Eindrücke von entschlossener Zusammenarbeit und der wachsenden Hoffnung, dass globale Verbrechen durch globale Verantwortung und Zusammenarbeit wirksam bekämpft werden können.